Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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642
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642 !.TH. 2. Abschtt. 5. Kap.

der Adjectb»e zu denAdverben

positiven, comparativen und snperlativen Gra-duin. Allein da der Positivus den Begriff ohnealle Bezeichnung des Gradus ausdruckt, so wäre derpositive GraduS ein Gradus, der kein Gradusist. Das Unschickliche in dieser Benennung wirdhoffentlich keines weitern Beweises bedürfen, daherich mit dem Herrn Reetor deiner lieber den Nah-men Stand oder Zustand gewählet habe, welcherals ein allgemeiner Nahme für alle drey Bezeich-nungsarten vollkommen schicklich ist.Manamas - §. Ziz. Ein jedes gesteigertes Adverbium kannte NuÄcg! - vermittelst der Coucretion als ein Adjectivum gc-- braucht werden; allein der Fall läßt sich nicht um-drehen, indem sich nicht jedes gesteigertes Adjectivumdurch Wegnehmnng des ConcretionS-Lames wiederals ein Adverbium gebrauchen lässet. Dieß gilt beson-ders von dem Superlativ, welcher für sich im Deut-schen nur selten als ein Adverbium gebraucht wer-den kann; vielleicht weil man sich den höchsten mög-lichen Grad nicht leicht abstract und für sich allein,als an einem Dinge nicht befindlich, denken konnte,oder vielmehr, weil man wenig Gelegenheit hatte,ihn für sich allein zu gedenken und auszudrucken. Ei-nige wenige leiden zwar den Superlativ ohne Con-cretion, wie höchst, jüngst, längst, meist, aller-liebst, und die in der gesellschaftlichen Höflichkeitüblichen gehorsamst, verbindlichst, unrerrhä-nigst, sreundiichst, gnädigst, verbundcnst,u. s. f. Allein die allermeisten Adjective leiden dieseRückkehr nicht. Will man also den Begriff einesSuperlativi als eine Beschaffenheit ausdrucken, somuß man sich entweder einer Umschreibung bedie-nen, aufs beste, am besten, oder den concrescier-ten Superlativ durch eine neue Ableitung zu einemAdverbio umbilden, bestens, S. auch §. 494.

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