Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
708
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7«8 i.TH. 2.Abschtt. 6. Kap.

selben Stadt. Die Identität eines Dinges ohnöalle Beziehung auf etwas vorher gegangenes ode?nachfolgendes zu bestimmen, fetzet man noch einhinzu, in einer und eben derselben Stadt, zueiner und eben derselben Zeit.

Oft nähert sich dieses Pronomen in seiner Be-deutung den persönlichen Pronominibuö, doch ei-gentlich nur im sächlichen Geschlechte, wo das kür-zere es die Identität nicht so genau bezeichnet, alsder Sinn des Redenden es erfordert, Und alsdannbeziehet es sich allemahl auf ein vorher genanntesWort: das Unglück ist groß, ich habe nichtMurh genug, dasselbe zu ertragen. Vermuth-lich hat die neuere Höflichkeit daher Anlaß genom-men, dieses Pronomen für die persönlichen und pos-sessiven Pronomina zu gebrauchen, da es denn nochnach alter Oberdeutscher Art decliniret wird: Die-selben haben mir besohlen, für Sie; ich habeleychin die Ehre gehabt, Denenselbcn zu be-richten, für Denselben, eigentlich für Ihnen;Dcrosclben Bedienter, für Derselben, Dero,oder )hr; da man denn nach Stand und Würdenwohl noch ein hoch/ höchst und allerhöchst voranZu setzen pflegt»

Man hat von diesem Pronomine noch Zwey For^men, die verlängerte derselbige, und die vorn ver-kürzte, selbiger. Das erstere ist völlig unnütz,weil die Sylbe lg hier eine bloße müssige Ver-längerung ist. DaS letztere bestimmt, wegen desmangelnden Artikels, schwächer, und wird auch imHochdeutschen noch in Beziehung auf ein vorher ge-meldetes Ding gebraucht, zur selbigen oder zu sel-biger Zeit, für zu derselbe,,/ selbiger Mensch,für derselbe' nie aber in Beziehung auf einenNachsatz. Da hier das der fehlet, fo muß selbiger

die