Von dem Verbo. §.Z?5. 7^9
den Umstand der Zeit, der Person und der Art undWeise ausdruckt: der Vaum ist grün; daslVerrer war gut; du bist ein Schalk; Gorewar das IVorr. Indessen gab es ursprünglichauch kein anderes Verbum, und selbst dieses ent-stand zu einer Zeit, da man von der Sprache undallem, was dazu gehöret, nur sehr dunkele Begriffehaben konnte, daher es auch aus lauter Wurzellau-ten oft ohne die sonst gewöhnlichen Biegungslautezusammen gesetzet ist, wie an seinem Orte gezeigetwerden soll.
Aber nun die große Menge der übrigen Zeit.Wörter, wie werden sich die erklaren lassen? Nichtganz unglücklich, wenn man nur der vorigen Spurnachgehet, und dabey mit den einfachsten Fällen an-fangt. Die Sonne scheiner, das Pferd schlägt,rvir schliefen, Casus styr. Man siehet leicht,daß das Verbum hier das ganze Prädicat ausmacht,und nicht allein das Unselbständige ausdruckt, wasvon dem Subjecte gesagt werden soll, sondern auchzugleich den Redccheil mit in sich fasset, welcher dieEinverleibung verrichtet. Das Verbum kann alsonichts anders seyn, als ein Redetheil, vermittelstdessen einem selbständigen Dinge etwas Unselbstän-diges in einem und eben demselben Worte beygele-get wird. Es bestehet also aus zwey Theilen, demUnselbständigen, welches nichts anders, als ein Ad-Verbum, seyn kann, und dem Worte, welches dieBey-legung oder Einverleibung ausdruckt, welches dasschon gedachte Verbum seyn ist. Es läßt sich dahernicht allein jedes Verbum in ein Adverbium mitdem Verbo seyn auflösen, sondern es läßt sich auchsehr deutlich beweisen, daß die Biegungssylben jedesVerbi nichts anders sind, als die ältesten Wurzel-laute des Verbi seyn.
Da