Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
735
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Von dcm Verbo. §.391. 635

ist, welcher unmittelbar in das Gehör fallt, oderdoch vermöge einer sehr gewöhnlichen Figur leichtdaraus hergeleitet werden kann. Um deswillenkommen Verba dieser Art auch in den gemeinenSprecharten am häufigsten vor, weil diese noch amstärksten an dem Sinnlichen und Hörbaren kleben,dagegen die ausgebildete und edlere Sprache mehrdem deutlichen Begriffe, als dem Hörbaren, nach-gehet. Indessen kann doch auch diese dergleichenVerba nicht ganz entbehren, und gebraucht sie be-sonders da ohne Anstoß, wenn sich die Bedeutungschon durch eine Figur von dein ersten Eindrucke desGehöres entfernet hat, oder doch dieser kein niedri-ges oder unangenehmes Bild bey sich führet.

Jede Sprache hat hier ihren eigenen Gang, unddie auf solche Art abgeleiteten Verba bekommen vondem Nebenbegrijfe, welchen sie hörbar ausdrucken,ihre eigenen Nahmen. Im Deutschen bekommtman durch dieses Mittel Intensiva, einen ver-stärkten innern Grad, Ireraciva oder Lrequentisva, eine Wiederhohlung, Diminutive, einen ge-schwächten Grad der Grundbedeutung, Desldcra--riva, ein Verlangen nach der Bedeutung, Factitt-va, ein Verursachen der Handlung des Verbi undImitative, eine Nachahmung oder Ähnlichkeit zubezeichnen.

Die Verba dieser Art werden gemeiniglich vonandern Verbis, oft aber auch von Substantiven, nochmehr aber von AdverbiiS abgeleitet. Von vielensind die Stammwörter veraltet, von noch mehrernaber sind sie noch üblich.

Derjenige Wurzellaut, welcher den Nebenuni-stand bezeichnen soll, wird unmittelbar an den Wur-zellaut des Stammwortes, uach vorher gegangener

Weg-