Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
739
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Von dem Verbo. §.395. 739

ern von lauen, sehen, poltern, wandern u. s f.4. Eine Versehung oder Gerathen in einen gen'-sen Zustand, sowohl von Verbis als von Substan-tiviö uiid Adverbiis: einäschern, in Asche ver-wandeln, altern, alt werden, dämmern, dämmc-rig werden. 5. Ein Verlangen nach dem Be-griffe des Verbi, Desiderariva zu bilden: schlä-fern, hungern, lächern. Die meisten dieser Artsind niedrig: lüstern, just empfinden, tan;crn,just zu tanzen haben, so auch essern, korzcrn, Nie-sern. Die meisten werden unpersönlich gebraucht,es hungert, schläfert mich, woraus erhellet, daßdie Bedeutung eigentlich eine Figur der Faetitivenist; einige wenige werden aber persönlich als Neu-tra gebraucht: dieI.uh rindert, verlangt nach demSriere, das Mädchen männcrt, verlangt nachdem Manne.

Das e in den Flexions-Sylben en, cst und er,kann und muß hier weggeworfen werden, die Häu-fung tonloser Sylben zu vermeiden, poltern, erlauert, du schläuderst. Aber man vermeide dieim Hochdentschen unerträgliche Harte, das e derAbleitungssylbe in diesen Fällen zu verbeissen, polrsven, er laurer, du schläudrest, welches nur als-dann zu entschuldigen ist, wein, die Ableiningssyl-be er ist, lind kein EonsonauS vor dem r hergehet, ichlaure. Gehet ein Hauptlaut vorher, so ist die Zu-sammenziehung allemahl zu harr: ich polrre, zic-tre, jchläudre, bester poltere, zicccre, jchiäudere.

So zahlreich die abgeleiteten Verba dieser Artsind, so gibt es doch eben so viele, wo das r zumSrammworte, und nicht zu der Ableitungssylbe, ge-höret, welche daher mit diesen nicht verwechselt wer-den müssen. Dergleichen sind: 1. die von dem

Aaa 2 Sin-