Von dem Verbo. §.Z9Z. 749
düngen are, eie und >re entlehnet ist, und im ge-meinen jeden sehr häufig gebraucht wird, lateini-schen und Französischen Verbis ein Deutsches An-sehen zu geben: studieren/ formieren, rebellie-ren, marschieren, coliigieren, flattieren, undtausend andere mehr, welche in Ermangelung Deut-scher gleichbedeutender Wörter, sehr häufig aberauch aus Unwissenheit derselben, oder auö Liebe zumAusländischen, oft bis zum Ekel gehauset werden.Wenn vor dieser Endung noch ein i hergehst, sodarf selbiges nicht verschwiegen werden: injurüc-ren, vicariieren, variieren, promincüeren,nicht injuriren u. f. f. Doch ist für copiieren,copieren allgemein. War es Unwissenheit Deut-scher Ableituugs-Formen, oder Eingenommenheitfür das Fremde, daß man diese Sylbe auch miß-brauchte, von achten Deutschen Wörtern Verba zubilden ? Sich erlustiercn, halbieren, haselie-ren, gastieren, stolzieren, herbergieren, hau-sieren, hofieren, schattieren, Hanthieren, haf?tiercn, inhaftieren, buchstabieren u.s. f. sind sol-che Zwitter, deren sich doch die anständige Schreib-art so wie aller ähnlichen so sehr enthält, als siekann. Billig sollte man diese Endung in allenFällen ieren schreiben, weil das i hier wirklich ge-gedehnt ist, dasselbe auch in regieren, spayiereirund einigen andern bereits eingeführet ist, in noci^andern aber das ie seinen Grund in dem Stamm-worte hat, wie quartieren, rhurnicrcn, revie--rcn, pitschieren, rappieren, visieren u. s. f. vonSuartier, Churnier, Revier, picschier, Rap-pier, Dister. Daher man um der Glnchförm.ig-keit willen auch die übrigen so schreiben sollte, zu-mahl da der Grund dazu allen gemein ist, nähm-lich das gedehnte i. Der fremde Ursprung dieser
Endung