774 i. Th. 2. Adschn. 7. Kap.
Hülfswort §. 414. Da-? Hülftwort seyn ist mit allen fei-seyn. nen gleich bedeutenden Brüdern in andern Spra-chen, nebst den persönlichen Pronominibus, einesder ehrwürdigsten Überreste der ersten Kindheit derSprache. Es ist seiner heutigen Bedeutung nachgedoppelt, indem «6 entweder ein unvollständigesPmoieat bezeichnet, einen bloßen Nebenbegriff, dererst durch die'Art und Weiss, wie etwas ist, seineVollständigkeit erhalten muß; oder ein vollständi-ges Prädicat, wenn eö für da seyn, existiren ge-braucht wird. Die erste Bedeutung ist die ältesteund Ursprungli<che, in welcher es auch als ein Hülfs-wort gebraucht wird; die letztere aber ist neuer.
Beyde Bedeutungen enthalten einen sehr dnn-keln Begriff, welchen wir uns auch noch jetzt, Trotzaller unserer Aufklärung, nicht deutlich denken kön-nen; daher ist auch der Ausdruck desselben ein sehrdunkel lind unbestimmt tönender Wurzcllaut, unddaher rühret es auch, daß dieses Verbum in allenSprachen das irregulärste unter allen ist. Da Mansich den Grundbegriff dieses Zeitwortes in allen denNebenumständen, die Man sonst an den Verbis zubezeichnen pflegt, nur sehr dunkel denken konnte, sohielt man ihn auch in jedem derselben für einen an-dern Begriff, und druckte ihn dat)er auf verschiedeneArt aus. Daher rühret es denn, daß unser Ver-bum seyn wenigstens aus sieben verschiedenen Wur-zellauten bestehet, wie ich bereits in meinem Wör-terbuche gezeiget habe, welche-? ich hier nicht wieder-hohlen will. Wer da will, wird eben diese Bemer-kung auch in andern Sprachen machen können.
Der Begriff dieses Verbi, so fern es ein Hülfs-wort N, ist so einfach, daß wir dasselbe für daseim^e einfache Verbum halten können und müssen;
indem