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einfachen Person des Jmperfecti Conjunctivi so vie-ler, ich, er band, fand, fiel, schlief, floß, fürdande u. s. f. oft auch in der ersten und dritten ein-fachen Person desPräsentisInticativi,ich, er will,soll, mag, kann, muß, darf, weiß, er räch,hält, ftcdr, flicht, gilt, fchilr, wo der Mangelder Biegungssylbe durch die Änderung des Vocalsersetzet worden.
Wenn man bis auf den Ursprung der Sprachezurück gehet, und die wahre Art und Weise dersel-ben nicht verkennen will, so ist der Grund der abwei-chenden Verborum sehr leicht entdeckt. Der ersteUrsprung der Sprache ist ganz aus die dunkele Em-pfindung des Hörbaren gegründet, und wenn dieDinge, welche man ausdrücken will, nicht wirklichtönen, so glaubt man sie doch tönen zu hören unddruckt sie nach der dunkel» Empfindung des Hörba-ren aus. In dieser Kindheit der Sprache ist ankeine bestimmten Biegungssylben zu denken, weilihr einförmiger Gebrauch deutliche, wenigstens kla-re Begriffe voraus sehet, welche wir in Ansehungder Sprache hier noch nicht annehmen können. Da-her wird auch jedes Verhältniß, jeder Nebenbegriff,worein ein Wort in dem Zusammenhange der Redekommen kann, immer an dem Worte selbst, wel-ches hier noch ganz Wurzel ist, ausgedruckt. Schei-nen die verschiedenen Verhältniffe so viele verschie-dene Begriffe Zu seyn, weiches allemahl der Fall ist,wenn das, was man ausdrucken will, gar nicht,oder sehr unbestimmt tönet, lind daher auch nur sehrschwankend und dunkel hörbar empfunden oder we-nigstens gedacht werden kann: so werden aus denverschiedenen Verhältnissen lauter verschiedene Wur-zeln; wie die perftnlichen Pronomina und das Ver-bum seyn beweisen, welche in auen vecannten Spra-chen