Von dem Verbo. §.425. 801
die Dehnung, äß, fiel, schuf, las' die meistensind geschürft, besonders wenn ein doppelter End-Confonanö der Wurzel die Scharfuug der Na-tur der Sprache nach erfordert: fand, band,gervann. Die südliche Dehnung kann als eineEigenheit einer Mundart richtig seyn, nur mußman sie nicht als eine Schönheit oder vorzüglicheRegelmäßigkeit, (die darin gar nicht zu finden ist,)dem ganzen übrigen Deutschlande ausdringen wol-len. 4. Der Conjunctiv bekommt überall die ge-wöhnlichen Biegungsfyiben; im Präsenti wird eraus der ersten Person des Indicatives gebildet, d.:ßich gebe, daß du gebest, daß er Jede' und imImpersecre aus dem Impcrfecte des Indicatives,nur daß er den Umlaut bekommt, wen» derselbeStatt findet: ich ging, daß ich ginge, ich fand,daß ich fände.
Wenn man dasjenige, was oben von den ir-regulären Verbis überhaupt gesager worden, er-wäget, so wird man alle Hoffnung aufgeben, einenandern Grund ihrer Verschiedenheit auffinden,als die dunkele Empfindung des Hörbaren, welchein jedem cinzelen Falle anders bestimmt werdenmußte, und für uns gar kein Grund mehr ist, weilsich eine jede Sprache, so bald sie die frühesten Za^reder Kindheit zurück geleget hat, mehr nach klarenBegriffen, als nach der Empfindung des Hörbaren,ausbildet. Es ist daher ein bloßer Zufall, wennmehrere irreguläre Verba entweder ganz oder dochgrößten Theils auf eine einförmige Art gebildetworden, welche folglich nirgends zur Regel dienenkann. Ob es aber nicht nühiich und wenigstens fürdas Gedächtniß vortheilhaft ist, die irregulären Ver-ba nach der bemerkten Einföruugkeit in gewisse Clas-sen zu theilen? Ich glaube nicht; denn zu gefchwei-Adet , ,O. Spr» E e e gen,