Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
857
Einzelbild herunterladen
 

Verbum. 8. Compositum. §.435. 857

Es hat in den neuesten Zeiten Sprachrichterund Sprachlehrer gegeben, welche sowohl über die-sen Unterschied der Bestimmungswörter des Verbi,als über ihre Benennung gespottet haben. Aberworüber hat man nicht alles gespottet! Er bleibtdessen ungeachtet in der Natur der Sprache gegrün-det, und ich möchte den sehen, der ohne denselben dieConjugation der zusammen gesetzten Verborum ver-ständlich und faßlich vortragen kann.

§. 4?5. 1. Achte Zusammensetzungen sind, 1. Welche«

welche mit untrennbaren Bestimmungswörtern ge- «chre Zu-macht worden. Dieft untrennbare Bestimmungs- sammen-wörter sind nun: ^uge»

1. Diejenigen Partikeln, welche außer der Zu-sammensetzung mit Verbiö nicht mehr üblich sind,als: be, ent, (welches in einigen Fällen in antund cmp übergehet,) er, ge, ver, zer, ur, afterund miß.

2. Die drey Umstandswörter hinter, voll und«vider, coutts, welche zwar noch für sich allein ge-braucht werden, aber doch in der Bedeutung, inwelcher sie mit dem Verbo als zusammen gesetzt be-trachtet werden müssen, theils veraltet, theils elli-ptisch sind; daher sie gerade in der veralteten, elli-ptischen oder figürlichen Bedeutung, in welcher wirsie jetzt betrachten, für sich allein nicht gebrauchtwerden können. Kommen daher diese Wörter inihrer gewöhnlichen Bedeutung vor einem Verbo zustehen, so können sie auch keine Zusammensetzungmit demselben ausmachen. Vollenden, voll-bringen, vollziehen, jemanden hintergehenu. s. f. sind wahre Zusammensetzungen, aber nichtvoll gießen, sich voll trinken, voll machen,es will nicht hinter gehen, für hinunter. Der

Hhh 5 Uncer-