Vorrede.
rommen, welche sie eben anzunehmen anfieng,da sein frühzeitiger Tod sich näherte. Seinallzuedleö Herz brachte noch andere Fehler her-vor , er konnte niemanden, am wenigsten seineFreunde leiden sehen. Er suchte ihnen zu hel-fen , und dieses sehr oft mit seinen: eigenenSchaden. Seine Freygebigkeit hatte keine Grän-zen , wenn er auch den Beystand anderer zuHülfe nehmen sollte. Alle diese Fehler zeigenvon dem edlen, großmüthigen und menschen-freundlichen Charakter unsers verewigten Klotz.Die Quelle, wo sie herkamen, war so rein, soschön, so liebenswürdig, daß man wünschensollte, sie möchte nicht so selten unter den Men-schen angetroffen werden.
Eine einzige Anekdote will ich noch hinzu-fügen, weil sie nicht bekannt genug ist, und Klo-tzens Denkungsart doch unendlich viel Ehremacht. Als vor einigen Iahren der verdienteRector an der Domschule zu Riga Herr Schle-gel in Halle war, und Klotzen besuchte, undein dritter Freund einige Anmerkungen überKlotzens Charakter machte, umarmte Klotzseinen neuen Freund, und sagte: „nehmensie von mir die Idee mit zurück, daß ich michtäglich deßre.«
Wie edel mußte derjenige Mann denken,der diese Worte zu einem Fremden sagenkonnte?
Ver-