Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Vorrede.

und ihn zu verbessern. Dieses allgemeineWohlwollen und die offenherzige Vertraulich-keit mit seinen Freunden artete endlich bey ihmZu einem Fehler aus. Er hatte nichts vor sei-ne:; Freunden geheim; Bey der Wahl dieserFreunde war er nicht behutsam genug , weiler überhaupt die Menschen für besser hielt/ alssie oft sind. Mithin schlich sich nicht selten einJudas in seine Vertraulichkeit ein, mißbrauchtesie auf eine niederträchtige Weise, und, dadieses mehr als einmal geschah, ward derb-.ste Mann argwöhnisch und mißtrauisch auchgegen diejenige«/ welche nicht seine Feinde wa-ren. Dieses Mißtrauen nährten seine heimli-che Verfolger noch mehr. Ich selbst habe zweyBriefe m Handen, wodurch ich alle Stundeneinen sehr angesehenen Mann eines Meyneidsüberzeugen will, der zu eben der Zeit Klotzendie heiligsten Versicherungen gab, sich in dieCabale seiner Feinde nicht einzulassen, da erihn um eine wichtige Stelle auf einer gewissenUniversität brachte. Dergleichen niederträch-tige Verschwörungen, die man ganz im Stillenecgen ihn machte, mußten ihn nothwendigerWeise aufbringen, und seine natürliche HitzedcS Temperaments brachte ihn leicht dahin,sanen heimlichen Feinden die Larve öffentlichvom Gesichte zu reißen, und ihnen zu sagen, daßer sich lieber öffentlich Feinde, als heimtückischeFreunde wünsche. Ueberhaupt hatte KlotzensSeele die mannliche Festigkeitjmoch nicht ange-

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