Vorrede.
freundschaftlichste und redlichste Herz von derWelt; seine Freundschaft belebte eine Warme,eine Dienstwilligkeit, die im eigentlichsten Ver-stände außerordentlich war; bey ihm war nurein kleiner Schritt von den ersten Empfindungender Freundschaft bis zur Vertraulichkeit. Einallgemeines Wohlwollen war die erstc Stim-mung seiner Seele, die ihren nächsten Grundzugleich mit in der natürlichen Feinheit undEmpfindlichkeit seines Nervensystems hatte.Die widrigen Umstände seiner Freun.de rührtenihn mit einer ungewöhnlichen Stärke, und oftthat er mehr, als ihm andere Pflichten zu er-lauben schienen, diesen seinen Freunden heitreund ruhige Tage zu verschaffen. Widerspruch,seine Feinde mögen sagen was sie wollen, er-trug er, wenn er ihm auf diejenige Art gcmachtwurde, wie man ihn Leuten von ausgemachterGelehrsamkeit machen muß. Aber, wenn Leu-te ihm auf eine so grobe Art widersprechen woll-ten, die eben selbst nicht viel von dergleichenDingen verstunden, dann gieng es ihm freylichbisweilen so, wie es allen großen Leuten vonje her gegangen ist, daß er manchmal einenIrrthum, der bloß aus der Geschwindigkeit, mitder er arbeitete, herrührte, wegen der Heftigkeitseiner Gegner vertheidigte, und mit seinenFreun-den belachte. Widersprach man ihm aber auf eineliebreiche Art, so, daß man ihm keinen Ver-dacht von hei-nlicher Bosheit übrig ließ; so warer sehr bereitwillig seinen Fehler zu gestehen,