Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Wien den 28. Dec. 1768.

echte ich doch Ihren Kummer über den Verslust Ihrer Kinder lindern können! Doch viel»leicht ist der Tod in den Jahren der Kindheit oftmalseine Wohlthat, KleistS wehe dir, daß dugebohrenbist.' ist leider nur zu wahr, und wenn auf der Wagsschaale alles Uebel, dem man durch einen frühzeitigenTod entkömmt, gegen das Gute, so unS im Lebenwiederfährt, abgewogen wird, so wird die letzte Schaasle ungemein steigen , waö auch Maupertuie dawidereinwenden mag. Dem Kinde selbst also ist einiger-massen Glück zu wünschen I und wer weiß es, obnicht auch den Aeltern ! so süße der Name Vater vonden stammelnden Lippen einer kleinen unschuldigenKreatur tönet, in der wir un6 gewiffermassen repro»ducirt erblicken; so traurig ist uns denn der Verlust!und werfen Sie einen Bl-ck in die Zukunft, wievieleSorgen wegen der Erziehung! und wie viele mißlun-gene Sorge! wie schmerzlich muß dem Herzen einesrechtschaffenen Vaters seyn, wenn er sein Kind vondem ihm vorgezeichnetenWege abweichen sieht? wennSchande der Lohn seiner zärtlichsten Sorgfalt ist? und»st ein Vater nicht immer diesen Füllen ausgesetzt ? Ichdenke mir einen Vater auf dem Sterbelager, deneine Familie in Thränen, wimmernde und unversorgteWaisen umgeben, wie bitter muß ihm bey einem sol-ch?» Anblicke die Scheidung werden?Zwar dieseBitterkeit empfindet mein, eben itzt mit dem Tode

täm?