Wir sind ohne Kind, und Sie, mein Freund,haben schon einst die Gründe gehört, mit wc'chenichmich tröste'. vielleicht liegt es daran, weil meine Frau,wider die Art der blonden Weiber, wenig Temperasment hat. An Kindesstatt sind mir zwo Schwesternmeiner Frau, die meine Sorgfalt durch ihre vorcress-lichen Herzen reichlich belohnen.
Bin ich nicht beneidenSwürdig, da ich bey sovielem Glücke auch noch ganz zureichende Einkünftehabe; und KlolM/ und Born zum Freunde?diesen Mann den Sie auf mein Wort immer nichtzu viel schätzen können! er ist Ihrer ganzen Hochach»tung werth.
Er ist gerade zu Herr R. in Gellerts schwedi-schen Gräfinn; in einer grossen Gesellschaft stumm,aber in einem kleinen Kreise seiner Freunde ganz unsentbehrlich: hat man sich einmal an seine äusserlich-;Art gewöhnet, die nichts weniger als glänzend ist; s»kann man sich von ihm gar nicht trennen; denn seinganzes Herz steht seinen Freunden offen: aber ihreZahl ist so klein, vielleicht sind es kaum drey Menschen,die er so nennet. Er hat einen ganz besondern Ab-scheu vor den Grossen, und da er mit Vermögen ge-segnet ist, üixerdz xorsnriorum vitat limins: seinerunde Denkungöart kann sich nicht nach den Krümsmungen schmiegen, welche in die Vorzimmern derGrossen, und zu ihrer Gunst führen. Diese Entfer-nung ist Schuld, daß er noch ohne Dienst ist, weiler Menschen, die er verabscheut, keine Aufwartungmachen wollte: endlich hat man ihn aufgesucht. SemB z Lieb-