Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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alö das, seine jugendlichen Arbeiten zu verbessern!Sie wissen es, mein liebster Klotz, wie mit denJahren der Geschmack sich ändert, man will voll-kommen seyn, man will den Beyfall der Klotze sicherwerben, in jüngern Jahren hat man noch kein voll-kommenes Ideal, nach welchem man arbeitet.

Und dann fehlt cS mir an einem Musen-Freunsde, der hier bey mir wohnte. Wie sehr würde mirdaö die Arbeit erleichtern! Indeß will ich meinemKlotz folgen, und allen mir möglichen Fleiß anwen-den, endlich fertig zu werden; nur muß auch meinKlotz mit mir zufrieden seyn, und nicht überall diehöchste Vollkommenheit fodern: kömmt daraufan, ob ich diesen Winter hindurch nur ertraglich gc-fund seyn werde? Sodann denk ich bis Ostern ziemlichweit zu seyn.

Von S***Rede las ich die französische, unddarin finde ich das angeführte Spielchen m'cht. Dieganze Rede aber ist eines berühmten S^** auch garnicht würdig. Der gute Mann wird alt! Er sollteseinem Sohne nun die Werke des Geistes überlassen.

Schönen grossen Dank, mein lieber Freund, fürdie schöne neue Historie! Wie werden diesich argern! Ich bedaure den armen wenner nicht fest entschlossen ist, nimmer in seine Vater-stadt zurück zu kehren. Wir müssen im Ernst dar-an denken, ihn bey uns zu versorgen zc.

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