Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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An Manuscripte ist hier schwerlich zu gedenken;man liefet nicht einmal gedruckte Bücher. Ich willmir indessen alle mögliche Mühe geben, vielleicht kannich in einem hiesigen Kloster etwas auftreiben , unddann sollen Sie es unfehlbar haben. Sie machenja ein recht fürchterliches Bild von einem KriticuS.Was müssen die Kritici für einen CatechiSmuS haben?Die verlangte Italiänische Stelle müßte sich im Tassooder Ariost finden. In jenem habe ich gestern ge;sucht, und diesen will ich auch noch durchblättern.An meinem Fleiße soll es gewiß nicht liegen, wennich sie nicht finde. Ich bin :c»

Halberstadt den 27. Der. 1768.

leich bey meiner Ankunft wollte ich Ihnen allesdasjenige sagen, was ich bey meiner letztenUmarmung empfand. Keine Besuche, keine Zer-sirsuung hatte mich davon abgehalten; wäre eS mirsonst möglich gewesen, zu schreiben. Aber eine ge-wisse Traurigkeit begleitet mich überall. Selbst ander Seite meines GlktMs, der gegen mich zärtlicherals jemals ist: unter allen Vergnügen, die man mir^u machen sucht, bin ich nichts weniger, als heiter.Doch warum soll ich mit meinen Nachtgedanken, dennich schreibe dieses um Mitternacht, Ihnen beschwerlichfallen? Sagen will ich Ihnen, daß unser Abschiedmich auf das lebhafteste gerührt hat; daß ich für dietausend mir erwi'eseneProben der aufrichtigstcnFrem'id-

schast

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