Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Auch ich habe mich über Wtttenberg geärgert,daß er mit dem guten 7Aso»ssy Schmied so unsäu-berlich umgeht. Er muß etwas auf ihn haben. Wassagen Sie zu ? Den Brief, der im Postreu«ter stand, hat er auf ein Blättchen Löschpapier beson-ders abdrucken lassen; darüber geseßet: durch gute

Gerüchte, und böse Gerüchte, und ein Nach-schreiben angehängt, worinn er meinen Charakter an-tastet. Als ein Geistlicher könnte er in den hiesigen Ge-genden mich leicht verdachtig machen, und Gleilttbilligte selbst, daß ich in dem Hamburg 'schen Corrcsspondenten ihm antwortete. Nächstens werden Si?meine Vertheidigung darinn finden. Gelegcnhcitgenughätte ich gehabt, ihn lächerlich zu machen; aber ich-wollte eS nicht thun.

Herders Ankunft hat uns noch niemand ge-meldet. Sie wissen doch alle KabinetSgeheimnisse?Was aber will er bey den Halbstädtern machen?LeßlNg wird täglich in Braunschweig erwartet.

Langens Comet ist ohne Zweifel das, wasSie mir in Halle schon vorlasen. Wir konnten esnicht recht verstehen. K*** hat seine Ehre wieder einwenig gerettet; wenigstens sind seine neuen Oden bes-ser , als die letzten Lieder. Einige darunter sind ineinzelnen Stellen ganz artig. Seine größte Kunsthat er in dem Schlüsse der Oden gezeigt, welchermehrentheile glücklich ist. Wenn er nur nicht so ge-schwind schriebe? Von wem ist Friederike in derBibliothek ? Der Ton hat viel von dem Wielandi-schen. Vergessen Sie nicht, mir das folgende

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