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Christian Thomasens Von Der Kunst Vernünftig und Tugendhaft zu lieben : Als dem eintzigen Mittel zu einem glückseeligen, galanten und vergnügten Leben zugelangen, Oder: Einleitung Der Sitten-Lehre ; Nebst einer Vorrede, In welcher unter andern der Verfertiger der curiösen Monatlichen Unterredungen freundlich erinnert und gebeten wird, von Sachen, die er nicht verstehet, nicht zu urtheilen, und den Autoren dermahleins in Ruhe zu lassen
Entstehung
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4^ Dasi.H.vHnderGelahrheit

xortion undMaasse, auch Abwechselung verblei,bet, und so zu reden in gleicher Wage bald auf dieseSeite,bald aufjene incliniret,welches nicht alleinevon der Bewegung des Geblüts, und der geistigenCörper in denen l^erven/ondern auch von der Be«wegung der Vcrnunfft und des Willens zu verste-hen, das; beyde allein zum Guten angetrieben, undvom Bösen abgeführet, in allen andern Dingenaber gleich gültig seyn. Dieser Zustand ist ansich selber gut.

uz. Der ausserordentliche Zustand ist der-jenige, wenn diese Bewegung von der von GOltgeordneten Maaße abweichet, und entweder denWachsthum allzumercklich befördert, oder dasAbnehmen unmiltelbahr und empfindlich beschleu-niget, und wenn der Verstand und Wille zum Gu-ten trage und zum Bösen munter ist,auch keineswe-gs eine ruhige Bewegung empfindet, sondern vonallen ausserlichen Dingen bald da,bald dorthin ge-rissen wird. In diesem Zustande leben dem Leibenach dieRrancken,unb nach der Seelen die inUnwissenheit und Irrthümern, Eitelkeit,und L.aftern stecken, ja mit einem Wort zu sagen,so viel den Willen betrifft, alle Menschen. Die-ser Zustand ist dose.

114. Nach diesem zweyerle» Zustande istauch das Gute und Böse unterschieden, davonwir ienes das ordentliche, dieses aber das

ausser-