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„bracht werden mogtcn. Es heißt da: was der Mensch„durch eigene Kräfte von Gott erkenne, das helfe ihm„nichts zur Seligkeit, alles was nicht aus dem Glauben„kommt, sey Sünde; der natürliche Mensch fasse die Din?„ge nicht, die des Geistes Gottes sind, sie seyn ihm eine„Thorheit und er könne sie nicht erkennen, dieweil sie„geistlich geurtheilt werden müßten. Darum vermahnen„sie, als mit des Apostels Pauli Worten, daß wir unsre„Vernunft gefangen nehmen sollen unter den Gehorsam„des Glaubens. Diese Vorstellung kann in den christ-„gläubigen Seelen, bey aller übrigen Anwendung ihrer„gesunden Vernunft in weltlichen Dingen, nichts anders„wirken, als daß sie sich demnach in der Erkenntniß Got-,,tcs sorgfältig hüten, nicht vernunstmaßig zu denken,,,und sich nur befleiß-'gen fein gehorsahmlich zu glauben»„Die vernünftige Religion, meinen sie denn, könne ih-„nen ja doch zur Seligkeit nicht helfen, aber leicht daran„hinderlich seyn, daß sie am Glauben Schiffbruch litten.„Also gehen sie gerne den kürzesten und sichersten Weg,„und enthalten sich des Gebrauchs der Vernunft, sobald„es die Erkenntniß göttlicher Dinge betrifft, welche ge-glaubt und geistlich beurtheilt seyn wollen. Es ist ihnen„an sich bequemer einfältig zu glauben, was sie einmal„gelernt haben, als viel nachzudenken, und wie es denn„heißt, zu grübeln und zu philosophiren. Ja ich habe„manche Gelehrte und in allen übrigen Stücken Vernunft„tige teilte gekannt, die von der Warnung gegen die Ver-nunft dergestalt eingenommen waren, und die bey dem„Glauben empfundene Sicherheit so sehr liebten, daß sie„sich selbst nicht zutrauten, in NeligionS- Sachen sich mit
Nach-