„Nachdenken einzulassen, oder Bücher, welche die Reli-gion nach der Vernunft abhandeln, zu lesen, aus Bey -„ sorge, sie mögtcn in ihrem Glauben irre gemacht, und„in ihrer sanften Gemüths-Ruhe durch Zweifel gestört„werden. Also ist diese Methode, welche der Vernunft„und vernünftigen Religion einen bösen Namen macht,„bey den mclzrsten Erwachsenen wirksam genug, dieselben„in aller Einfalt und Gehorsam bey ihrem Catechismus -„Glauben zu erhalten, und die unzulängliche natürliche„Erkenntniß den verdammten Hcyden, Naturalisten„und Vernüüftlern auf ihre Gefahr zu überlassen. Die„Umstände der Menschen machen einen solchen blinden„Glauden, welcher keiner Vernunft braucht, fast bey al--„len Standen und Gebens - Arten beliebt und interessant.„Denn, wie er die Hierarchie auf den Thron setzt, und„den geistlichen Orden zu der Macht erhebt, über die„Gewissen zn herrschen: so sind auch die 5aycn und„weltlichen gerne damit zufrieden, daß sie nun ohne vie-„les Kopft'rechen in den Himmel kommen, und mitler-,.weile ihr zeitlich Glück auf Erden desto embsiger suchen,„oder wohl gar ihren Lüsten desto sicherer nachhangen kön-„nen. Sobald die Geringerern ihr Glaubens-Bekennt-„niß erlernet, und nach Ablegung desselben zum Abend-„male gelassen sind: geht ein jeder mit dem sechszehnten„Jahre, wol früher, an sein Handwerk und Gewerbe,„oder zur See, oder in Dienste der Reichern, oder wo er„sonst sein Brodt am besten gewinnen kann, und weiter„hat er für seine Seele nicht zu sorgen, als mir das bis„an sein seliges Ende zu glauben, was er aus seinem Ca-„techismo behalten hat. Andere bemühen sich durch die
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