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„tigc praktische Religion geprediget. Die Jüdische und„Apostolische Kirche spricht ihnen entgegen. Denn die„hat oie vernünftigen Verehrer Gottes ans den Hcydcn„als fromme Leute erkannt, nnd, wenn sie vollkommene„Juden oder Christen werden wollten, nicht von ihnen ver-„langt, daß sie nun ihre vernünftige Religion bey Seite„setzen und in einen bloß n Glanben verwandeln sollten»„Paulus aber, dessen Worte sie immer im Munde füh-„ren, hat das gar nichr sagen wollen, was unsre Herren„Theologi daraus zu erzwingen suchen. Theils übersetzet„man die Wo.re unrichtig, theils deutet man sie wider„den Zweck und Zusammenhang. Die erste Stelle lau-„tet nach der Uebersetzung so: Der natürliche„Mcnjcd fassir die Dinge mehr, die des Geistes„Gottes sind, dann s!e find ihm eine Thorheit,,und er kann sie nicbr erkennen; dann sie rverden„c^eist ici? «eurrheiler. DaS nehiucn die Theologi so,„als ob die Rede sey von einem Menschen, der seinen„Naturkrasten, besonders der angebornen Vernunft über«„lassen ist, im Gegensatz von einem, der durch die über-,,natürliche Offenbarung erleuchtet worden. Die Mey-„nung sey demnach, daß jener mit aller seiner Vernunft„nichts von demjenigen, was der Geist Gottes in der Of-fenbarung vorgetragen, recht verstehen oder beurtheilen„könne, sondern daß eine höhere Einwirkung des göttlis„chen Geistes erfodcrt werde, um die geoffenbarten Wahr-„heiten recht einzusehen, sonst würden sie ihm als Thor-„Heiren vorkommen. Allein man erlaube mir zu sagen,„daß diese Ueberfetzung und Auslegung dem Gebrauche
„der
(«) i Lor. II. 14.