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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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der Grundworts und dein Zwecke des Apostels zuwiderlaufe. Das Grundwort -^-v^z^s «vÄs>Ä7»s stellet unseine ganz andere Person dar, als diejenige ist, welchein der Uebersetzung untergeschoben wird ( i). Was eseigentlich bedeute, muß aus dem Gebrauche der Schrei-ber des Neuen Testaments bestimmt werden, da es nochzwcymal in ganz parallelen Stellen vorkommt. Nam-lich allerwarts bedeutet es einen Menschen, der seinensinnlichen Neigungen und Affecten, besonders der Jank-sucht, folgt. Der Apostel Zacobus sagt (2): Habtihr birrern Neid und Zank im Herzen, so rühmreuch nicht. Dies ist nicht die Weisheit, dievon oben kommt, sondern sie ist irdisch (e-Zt^x-cs),boehafr (^v^x-?), ja teuflisch (A-^^^s).Eben so schreibt der Apostel Judas (,z): Die nachihren gottlosen L.üsien roandcln, sind solche, diesich absondern, boshafte Leuce ( ^^--t), dieden Geist nicht haben. Also stellet das Grundworteinen Menschen vor, der bittern Neid und Zank im Her-ren hat, nach seinen bösen Lüsten wandelt, sich von au-dern absondert, irdisch gesmnet ist, und voller teuflischer

Bosheit

(1) Das Wort -^^-?-vc ist bey guten Griechischen Schreibernnicht gar gebräuchlich, sondern scheint nach aller Vermuthungaus der Hebräischen Bedeutung des Wortes ^exlieten, ani-inü, gemacht zu seyu, so feru es zum öfter» für sinnlich!Neigungen, Begierden und Affecten genommen wird. Esist also der Wahrheit naher, wenn es einige Abersetzen: derthierische Mensch, snimalls uomo.

(2) ^sacodi III, IZ. iq. 15.(z) luäus ^. iL. 19-