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„sicht derselben, ja wider die Natur der Sache selbst,„zur Hemmung alles Gebrauchs der gesunden Vernunft„in der Annehmung der Offenbarung, und zurUnterdrük-„kung aller vernünftigen Religion, mißdeuten?
§. 4. „Es wird uns auch ausser dieser Stelle, noch„eine andere von den Canzeln fleißig vorgehalten, welche.,Paulus gleichfalls den Christen zur Regel gegeben ha-„ben soll: daß wir unsre Vernunft gefangen nch-„men müssen unrer dem Gehorsam des Glaubens.„Ich gestehe es, daß ich diesen Machtsprnch, auch durch„Hülfe der Concordanz, in meiner ganzen Bibel nicht„finden kann; und ich habe mich oft gewundert, wie unsre„Schristgelehrtc so dreist seyn können, dieses für eine gött-„liche Forderung an uns Menschen auszugeben. Die„Stelle, worauf gezielet wird(l), enthält das gewiß nicht,„sondern vielmehr das Gegentheil. Paulus hatte die Co-„rinther gerühmt, daß sie, auf seine Ermahnung, eine„sehr milde Steuer zu dem Mangel der Heiligen hergege-ben, und dadurch ihren Gehorsam gegen das LLvan-„gelium Christi öffentlich bezeugt hatten (2). Diese„Willfahrung der Corinther, welche Paulus von ihnen„zu erhalten gewust, hatte dem Apostel Neider und Ver-leumder erweckt. Sie gaben ihm Schuld, als xvan-„delre er nach dem Fleische, als hätte er mir fleifch-„lichen Waffen gestritten, oder, wie es hernach noch„deutlicher heißt, als hatte er die Corinther durch Arg-»llst gefangen (z). Man könnte diese Beschuldigung
,,etwa
(1) 2 Lor. X. 4. 5.
(2) 2 Lor. Xil. 12. IZ,(Z) 2cor. XII. 16.