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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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ches ein jeder durch sein eigen Gefühl erkennen kann:,^sv kann auch ein jeder das Erkenntniß bekommen unddavon überzeugt werden. Wenn aber nur einige imVolke eine Offenbarung unmittelbar bekommen, und siebezeugen andern Menschen, was ihnen offenbaret ist:so bekommen die andern Menschen diese Nachricht vonMenschen. Es ist also nicht mehr eine göttliche Offen-barung, sondern ein menschlich Zeugniß von einer gött-lichen Offenbarung» Wenn nun ein Mensch sowol einzzMensch ist, wie der andere; wenn ein jeder Mensch sich,,selbst und andere aus Einbildung, Uebereilung und Irr-thum bekriegen kann, und aus Absichten öfters bekriegenwill: so ist dieses menschliche Zeugniß von einer göttl-ichen Offenbarung bey weiten so glaubwürdig nicht. Nie-mand kann ihm weiter Beyfall geben, als so weiter vonder Einsicht, Behutsamkeit und Ehrlichkeit des Zeugen»Nachricht und Proben bekommen, und daher einen Graddes Vertrauens oder Mißtrauens gegen ihn hegt. Wor-^aus denn folget, daß ein solch Zeugniß unmöglich vonallen könne angenommen werden, sondern vielem Awei-fel und Widerspruche unterworfen ist: weil es menschl-icher Weift nicht möglich ist, daß alle und jede von derEinsicht, Behutsamkeit und Ehrlichkeit dieses oder jc-nes, in Erzählung dessen, was ihm insgeheim wicder-fahren, sollten zuvcrlaßig überführet werden können;znmahl wenn auch andere eine widrige Offenbarung»von sich rühmten, und doch eben so grossen Schein Vorsich hatten. Selbst in dem jüdischen Volke haben diePropheten zn der Zeit, da sie geweissaget Aud Wundergethan, am wenigste» Glauben gefundm; und so wür-, Ude