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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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heit scheinet darin» zu seyn. Davon geben die Bücherder Chroniken und der Könige, wie auch die vier Evan-gelisten und Apostel, wenn man sie mit einander verglei-chet, einen lebhaften Beweis Denn wenn nur ein Buchdie Historie altes, und wieder eins die Geschichte desneuen Testaments in sich hielte: so wüßten wir von kei-nem äußerlichen Widerspruch und Zweifel. Wenn nurPaulus allein die Lehre vorgetragen halte: so könntenwir nicht so irre werden, als da Zacobuö gerade dasGegentheil vom Verhältniß des Glaubens zur Selig-keit zu lehren scheinet. Was würden nun nicht für Dis-harmonieen entstehen: wenn bey so vielen Völkern lau-ter solche Menschen den göttlichen Sinn vortragen soll-ten? Dann kamen die falschen Propheten und falscheApostel, ja falsche Evangelia und Apocrypha dazu.Schickte Gott einen Propheten bey einem Volke: sowaren leicht vier hundert falsche dagegen. Thäte Gottdurch seine Boten Wunder: die Zauberer würden auchalso thun mit ihrem Beschweren. Schickte Gott einenChrist: es würden viel falsche Christi kommen undWunder thun; so daß auch die Auserwahlten wo mög-lich dürften verführet werden. Kämen etliche Apostelin seinem Namen: es würden viel falsche Apostel a.,s-stehen, die er nicht gesandt hätte. Liesse er ein Evan-gelium aufzeichnen: gleich würden eine Menge Pseudo- Evangelia, oder fälschlich ausgegebene Evangelia, denenLeuten in die Hände gespielet werden. Summa, jemehr Völker wären, bey welchen sich Gott offenbares,je mehr würde sich Verschiedenheit, falscher Schein, Be-trug, und also Zweifel, Irrungen, Ungewißheit, und

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