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„dem einen ist es zu hoch, er kann nichts davon verstehen:„dem andern ein Aergerniß und Thorheit. Zum vier-„ten muß der göttliche Ursprung dieses Erkenntnisses„selbst bey dem Volke, wo es offenbaret wird, ebenso„zweifelhast, als bey allen andern Völkern bleiben: weil„es doch auch da bloß durch ein menschlich Zeugniß dein„Volke für eine göttliche Offenbarung ausgegeben wird,„und es an falschen Propheten und Wundern nicht feh-„let, wie man denn nicht leugnen kann, daß Moses und„die Propheten, daß Christus und die Apostel zu ihren„Zeiten unter ihrem Volke daher am meisten Wiver-„spruch gesunden, und am meisten mit vem Unglauben zu„kämpfen gehabt. Fünftens wird doch auch der Vorlrag„durch mehrerer Menfchen Mund und Feder vielfältig:„und daher müssen Irrungen und Zweifel, ja Rotten,,und Seelen entstehen: wie gleichfalls die Historie alles„und neuen Testaments in dem jüdischen Volke bcstäti-„get. Wenn man denn nun weiter gehet, und bedenket,„wie diese Offenbarung von einem Volke zu allen übrigen„auf dem ganzen Erdboden kommen soll, so, daß alle„Menfchen eine gegründete Ueberführung davon haben„könnten: so haust sich die Schwierigkeit dermassen, daß„es, nach der Narur und Beschaffenheit der Menschen,„eine wahre Unmöglichkeit ist, daß alle Menschen auf„dem Erdboden eine solche Offenbarung zu wissen bekom-„men, glauben, und also durch dieselbe selig werden„könnten. Es wiro sich bey gemachtem Ueberschlage sin-„den, daß unter einer Million Menfchen kaum einer mit„Grund von einer solchen Offenbarung urtheilen und„überführt seyn kann. Wir wollen dieses etwas genauer,»in UlUasuchung nehmen.