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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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von dem Wasser und von den christlichen Aeltern, wel-che die Taufe für ihre Kinder verlangen? so ist es ein«bloßes Glück, daß gewisse Kinder selig werden, weil sievon christlichen Eltern geboren sind; ein bloßes UnglückHerzogen, warum noch weit mehrere ewig verdammetwerden, weil sie nicht von christlichen Eltern das Lebenempfangen.haben. Alles dieses fasset unendlichen Wi-derspruch in sich, und daher bleibt nichts übrig, als daßdie Kinder gar keinen Glauben oder Erkenntniß von derOffenbarung haben oder haben können. Wenn nun dieOffenbarung und der Glaube an dieselbe das einzigenothwendige Mittel zur Seligkeit seyn sollte: so ist esfür diesen Theil menschlichen Geschlechts, der in seinerzarten Kindheit von der Welt scheidet, ein unmöglichesMittel. Wenigstens wird man zugestehen müssen, daßdoch nur Christen-Kindern durch Glück und Zufallmöglich werde, durch dieses Mittel den Glauben zu be-kommen und selig zu werden; allen übrigen Türken--den- und Heiden - Kindern aber durch Unglück unmöglichfalle an der Offenbarung, Glauben, und Seligkeit An-theil zu bekommen»

§§.Wenn die Kinder erwachsen, so wird ein jedesnach dem Willen seiner Aeltern von Lehrmeistern, oderauch von den Aeltern selbst in den Anfangs - Gründender väterlichen Religion unterrichtet: der Jude in demIudenrhum, der Türke nach dem Alkoran, der Sineftr,der Perser, der Heide in seinen hergebrachten Meinun-gen und Gebrauchen, der Christ in seinem Catechismo,so wie es fällt, auf Catholisch, Reformirt, Latherisch,Arminianisch, Menonitisch, Socinianisch. Zuweilen

wird