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„u, der Geschichte. Ihnen kann also leicht ein Vlcnd-„werk vorgemacht, ein Schrecken vor der Hölle, wo sie„nicht glauben, eingeprägt werden: und sie sind ohne das„von selbst geneigt, was ihnen ihre Aeltern und Lehrmei-„ster sagen, was alle bekannte und angesehene 5eute glau-„ben, ohne Untersuchung blindlings für wahr zu halten.„Daher denn auch die Erfahrung bestätiget, daß ein je-„des Kind meinet die rechte Offenbarung und den rechten„Verstand derselben erlernet zu haben: sie folgen den„Aeltern so getrost auf dem unbekannten Wege zur Se-ligkeit, als auf einem unbetretenen Wege zu einem L,ust-„schlosie. Eine Offenbarung, welche über die Vernunft„gehet zu beurtheilen, ist kein Kinderwerk: eS istschlech-„rerdingö unmöglich, daß ein so unverständiges Aller„darinn zu rechte finden, oder den rechten Weg zum ge-„gründeten Erkenntnisse treffen könnte» Ist eine Offen-barung, und ein gegründeter Glaube an dieselbe das„Mittel zur Seligkeit, so ist dieß Mittel für Kiuder„umsonst. Will man hiebey wieder die Kinder ausneh-„men, die man rechtgläubige Aeltern zu haben annimmt:„so macht man abermals ans dem Glauben und ans der„Seligkeit ein Werk des Glücks, einen Zufall, ein Ohn-„gefahr. Was können andere Kinder davor, daß ihre„Aeltern nicht Christen, nicht Protestanten sind? So„wenig als die jetzigen Sachsen Ursache sind, daß ihre„Vorfahren durch Caroli M. Schwcrdt zum christlichen„Glauben gebracht sind: so wenig können auch andere„Kinder davor, daß ihre Vorältern nicht so bekehret„worden. Wird denn nicht Gott dadurch uuweise, mi-ßbillig, ungerecht und unbarmherzig gemacht, wenn er
„die