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„zur Ausbreitung des Christenthums etwas beygetragen.„Gewalt kann und will man nicht mehr gebrauchen»„Man will durch Ueberzeugung bekehren ; und dabey ver-blaßt man doch den Weg der Vernunft, dadurch zuerst„die Heyden gewonnen sind. Die vernünftige Religion„ist jetzt aus dem Catechiömo verbannet, es sind lauter„unbegreifliche Glaubens - Articul. Statt der ersten„Glaubens - Einfalt, welche die auswärtigen Lehrlinge„mit vielen Geheimnissen verschonete, belästiget man die„Catechumenos mit vielen über alle Vernunft steigenden„Glaubens - Articuln, mit Ceremonien , 'Aberglauben,„Streitigkeiten. Statt der Tugend und Gottseligkeit,,lässet man ihnen äusserlich nichts als ruchloses Wesen„und Schandthaten sehen. Daher darf man sich nicht„wundern, daß an keinen weitcrn Fortgang des Christen-thums bey den Heyden mehr zu gedenken ist, und alle„Mühe, so daran gewandt wird, vergebens sey. Ein„jeder stelle sich unpartheyisch in die Stelle der Heyden,„und urtheile denn, ob es wohl möglich sey, daß sie„durch gegründete Ueberführung zum Christenthume zn„bringen sind. Sie sind erstlich von ihrer väterlichen„Religion, so wie wir, von Jugend auf so eingenommen,„daß sie sich um andere zu bekümmern so unnöhtig als„gefahrlich halten. Wer ihnen diefes verargen wollte,„der mag mir zuvor antworten, ob er den Talmud, die„Misna und Gemara, den Alcoran, den Zendavesta des„Zerduscht, den Sad-der des Dcstur, den Con-fu-z»„und andere dergleichen Bücher gelesen? ob er aller Völs„ker Religionen so genau zu kennen und so unpartheyisch„zu untersuchen jemals Lust, Fähigkeit oder Zeit gehabt?
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