( Z22 )
„ob er nicht glaube, die Religion, darin er erzogen wor«„den, sey die einige wahre und seligmachende? ob er„nicht daher unnöthig zu seyn glaube, sich um andere Re-ligionen viel zu bekümmern? ja ob er es nicht fast für„sündlich erachtet hatte, sich nach andern, als bessern,,,umzufehen, und aus Reizung zu denselben ihre Bücher„zu lesen und nach ihren Lehrern zu lausen? Eben das ha-„ben die Heyden, und noch weit mchreres für sich, da sie„die Christen für die gottlosesten Menschen auf der Welt„zu halten Ursache haben, und also durch das, was sie„äusserlich von dem Christenthume wissen und sehen, kei-„ne Lust bekommen können zu forschen, worinn ihre Lehre„eigentlich bestehe; sondern vielmehr durch die äusserliche„Gestalt desselben, so die erste Reizung zum Erkenntnisse„desselben geben sollte, einen starken Eindruck des Ab-„scheues und Widerwillens bekommen. Da sie denn auch„wahrnehmen, daß die Christen selbst unter sich in so viele„Secten vertheilet sind, und sich unter einander verketzern„und verdammen; da die Stücke des Christenthums,„welche sie von allen Secten als einstimmige Wahrheilen„hören, der Vernunft des Menschen ein Aergerniß und„Thorheit sind; und da endlich die Wunder-Geschichte,„worauf sich alles gründet, an sich unglaublich, und jetzt„unmöglich von Heyden zu untersuchen sind: so müssen„wir alle Heyden und fremde Religionen, zu welchen in„neuern Zeiten die Christen und der Ruf des Christen-thums gekommen ist, von der Zahl derer, bey welchen„das Christenthum möglich sey, ausschliessen. Die Ge-schichte und Erfahrung bewahret auch, was ich sage, in-„dem in den zwey bis dreyhundert Jahren, da man un-bekannte