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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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und gedruckt sehen? Dergleichen ungeheure Polyglott«ist nimmer zu hoffen. Nun soll ja Gott, wie man vor-giebt, die Vielheit und Verwirrung der Sprachen beydem Babylonischen Thurm selber angerichtet haben: sohätte denn ja Gott dadurch selbst unmöglich gemacht,daß eine solche Offenbarung, die er nur in einer Spra-che gegeben, allgemein werden konnte. Wir wollen eswenigstens so nehmen, daß es Gott durch die Naturgethan. Der Menschen Natur bringt das so mit sich,,,daß wenn sie gleich anfangs alle eine Sprache gehabthätten, dennoch durch Lange der Zeit gar viele darausentstehen müßten. Keine einzige Sprache bleibt in et-lichen hundert Jahren dieselbe. Wir würden unsereVorsahren nicht mehr tentfth redend verstehen, wenn siewieder aufstehen sollten; und sie uns nicht. Daraussiehet man aber gar deutlich, daß der Mensch für keineübernatmliche Offenbarung gemacht sey: als welche na-türlich allen und jeden mitgetheilet werden kann. DieSprache der Natur, die in den Geschöpfen GotteS re-det, nebst Vernunft und Gewissen, ist allein die allge-meine Sprache, dadurch sich Gott allen Menschen undVölkern offenbaren kann; sonst durch Worte eines Volks,die Zoo Dolmetscher brauchten, ist es nicht möglich

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