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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Hasse wider Jesum beygebracht worden. Er hat geler-net, nach seinem Catechismo, seinem Gölte im Gebetezu danken, daß er ein Jude geboren sey: er höret vonzarter Kindheit an, daß die sich ins Verderben stürzen,die den Gott ihrer Vater verlassen: so bekommt er noth-wendig einen solchen Haß und Abscheu gegen das Chri-stenlhum, den er, wenn wir wollen menschlich urtheilen,unmöglich überwinden kann. Sind ihm andere Dingeunbegreiflich, so daß sie ihn wollen irre machen: kanner auf die Einwürfe der Christen, daß der Messias langstmüßte gekommen seyn, nicht allerdings antworten: sodenkt er, wie auch ein Christ bey solcher Gelegenheitdenkt, das gehe über seine Einsicht, das wisse dennochsein Rabbiner zu beantworten: er wolle sich an das hal-ten, was er verstehe. Wenn man nicht mehr von sol-chcn armen Menschen fordern will, als seine Kräfte zu-lassen^ so wird man wohl begreifen, daß es einem Zu-den, der nach seiner Art recht unterrichtet ist, nicht mög-lich sey, ein Christ zu werden. Paulus hat schon dieHoffnung der Bekehrung mehrerer Juden fast ganz auf-gegeben, und wandte sich daher zu den Heyden: undwir lesen nicht, daß nachher bis auf jetzige Zeiten ausdiesem Volke ein besonderer Zuwachs zum Christenthum;,me gekommen sey. Vielmehr haben sie hin und wiederum ihres Glaubens willen die greulichsten Verfolgungenund Marter herzhaft ausgestanden. Und man mag ins-gemein mit Bestand der Wahrheit sagen, daß die Juden,so heutiges Tages Christen werden, fast alle Betrügersind, die Liederlichkeit, Armuthund gehoffrer Vortheildazu bewogen hat. Alle Anstalten, Anschlage, Zwangs-

Mit-