(ZZ7 )
„das Christenthum hat alle Vortheile gehabt und ge-braucht, die nur zu erdenken sind. Es kam auf, da,,das Iudenthnm zu Grunde gehen wollte, und da die jü-dische Religion mit so vielem närrischen Tand verstellet„war, daß es theils den Juden selbst, theils andern Na-tionen zum Gelachter dienete. ES kam auf, da nicht„allein die klugen Heyden, sondern sogar das gemeine„Volk unter Griechen und Römern, und durch diese fast„in der ganzen Welt, die Thorheit der heydnischen Göt-„terhistorie, Götzen, Orakel, Vogclflug und Wahrsage-„rey einsah, und zum Spotte hatte. Das Christenthum„gebrauchte sich des Vortheils, daß es anfangs fast nichts„als die natürliche und vernünftige Religion den Heyden„entgegen setzte, die Geheimnisse des Glaubens aber, die,»damahls schon aufgekommen waren, als eine Oilcipli.„nam arcani zurück hielte, bis die Neubekehrten völlig„unter den Gehorsam des Glaubens gebracht waren»„Man ertichtete auch wol zur Bestärkung der christlichen,,Lehre, durch pms tr-iudes, allerley Bücher, Weissagun-gen und Wunder, welche durch dreistes Vorgeben bey„der Unwissenheit Glauben gefunden. Die Leute wurden,,erst durch Verheissung der baldigen Wiederkunft Christs„zu seinem herrlichen Reiche, und durch die großen Be-lohnungen, welche sie darinn sollten zu gewartcn haben,„wenigstens durch Versprechung einer ewigen unaus-sprechlichen Freude im Himmel, angelockt, und zu herz-haften Bekennern gemacht, den Tod zu verachten und„alle Marter dafür auszustehen. Die ersten Christen„nahm man, wegen der zu befürchtenden Lästerung der„Auswärtigen, in genaue Aufsicht und Zucht, daß ihre
„äußer-