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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Äußerliche Gottesfurcht und Tugend allen in die Augenfiel. Als durch solche Mittel immer mehrere, und end-lich Römische Kaiser gewonnen waren: da brauchte manauch Gewalt, riß allenthalben die heydnischen Tempelund Altäre nieder: und so bekam die Religion fast mitder Römischen Macht einerley Gränzen. Wie denn auchnachher in Deutschland, Dännemark, Schweden , Ruß-land, die Gewalt, nebst der Unwissenheit der Zeiten dasbeste zur Ausbreitung des Christenthums gethan. Seitdem funfzehenten Jahrhunderte hat die EuropaischeChristenheit das Glück gehabt, in den Besitz derSpra-chen und Wissenschaften zu kommen: allerley Künste, in-sonderheit Buchdrucker«) und die Magnet-Nadel zu er-finden: eine ganz neue Welt zu entdecken: die Hand-lung und Schiffahrt über den ganzen Erdboden auszu-breiten: Reichthümer zur Unterhaltung der Missiona-rien und Neubekehrren zu erwerben; so daß Leute, dieSprachen und Wissenschaften besassen, mit gedrucktenBüchern als Missionar!! weit und breit haben versandtwerden können. Sehet, das hat keine Religion auf derWelt jemals zusammen gehabt oder angewandt; und dasist alles, was in menschlichen Kräften stehet, zur allge-meinen Ausbreitung einer Offenbarung anzuwenden: so,daß die christliche Religion desfalö hätte allgemein wer-den müssen, wenn es an sich möglich wäre, daß eine Of-fenbarung, die nur einem Volke gegeben ist, oder beson-ders die christliche Lehre, allgemein werden könnte. Wirmüssen nur noch dieses hiebey anmerken, daß das Chri-stenthum am wenigsten zugenommen, seit dem es diegrößsten und besten ja fast allein wahren Hülfsmittel

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