»gefaßte Meynungen übergelassen sind, woran er sich hal-„ten könne: was will der, sage ich, sich anmaassen, daß„er aus der Schrift durch eigene Einsicht erforschen woll-»>te? Er mag sich vielleicht nach Lesung der Schrift ein-„bilden, er sehe nun mit eigenen Augen, er glaube nun„nicht mehr einfaltig, was seine Kirche und sein Cate-„chismus sagen; und dennoch ist es nicht anders. So„lange sich einer nicht aufrichtig cntfchlicsset, vor Lesung„der Schrift alle seine Theologie abzulegen, und nichts„zu wissen, was darinn stehe: so kann er auch nicht ler-„nen, welcher der eigentliche Zusammenhang der darum„vorgetragenen lehre sey. Denn wenn wir gleich alle„vorgefaßte Meynungen bey Seite setzen, so sind doch„die allerwenigsten Menschen fähig, aus der zerstreuten„und hin und wieder versteckten Mtterie ein Lehrgebäude„des Glaubens aufzurichten. Mau kann nicht leugnen,„daß das Glaubens-Bekenntnis der Hebräer und Chri-„sten im alten und neuen Testamente, nicht an einem„Orte, nicht im Zusammenhange, nicht deutlich durch„E- klärung der Begriffe, nicht ordentlich nach Artikuln,„so wie in unsern heutige» Lehr-Büchern, vorgetragen„sey: sondern daß alles, was dahin gehöret, bald hie,„bald da, bey Gelegenheit, zum Theil ganz versteckt, o-„dcr mit unbestimmten und vielerlei) bedeutenden Wor-„tcn, ausser dem Zusammenhange vorgebracht sey: daß„manche Redens-Arten verblümt, weitgetrieben, dunkel„und schwer zu verstehen sind; und große Uebung in der„Erklarnngs - Kunst, nebst Belesenheit, Wissenschaft„und Sch'rfsi'nigkeit erfordern: daß vieles nicht sowohl„ausdrücklich dariun enthalten, als durch Folgerungen
„und