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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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(ZZr)

sen desselben in den gottloser Weise geändert?

»,Zch führe dieses alles jczt nicht cm, in der Absicht, sol^chcs an diesem Orte, als wahr, zu erweisen; sondernich will nur damit zeigen, was von Aller? her bey den,,Büchern und Grund - Terte der Schrift in Streit gczo-genüst, und billig von einem jeden Menschen, ehe ersich ein Buch als baare Offenbarung in die Hände stek-ken lässet, müßte untersuchet und geprüfet werden.Denn daß man in neueren Zeiten fast durchgehendS zu,,dieser oder jener Meynung getreten ist, oder diese Strei-tigkeiten gar schlafen lässt, das machet die Sache nichtgewisser: und entbindet keinen vernünftigen Menschenvon der Pflicht einer so wichtigen Untersuchung. Derveste ungezweifelte Beyfall und Zuversicht der Neuern,daß es mit allen Büchern und üblichen Lesarten derSchrift seine vollkommene Richtigkeit habe, ist aufnichts gegründet, als auf die blinde und faule Leicht-gläubigkeit der Vorfahren. Je näher man zu den älte-,,ren Zeiten hinauf steiget, da man doch noch etwa bessereUrkunden und Beweisthümcr hätte haben mögen: destomehr Streit, Ungewißheit und Zweifel ist wegen der.Bücher des neuen Testaments. Ist denn nun nicht zumgegründeten Glauben, der aus diesen Büchern entstehensoll, nöthig, daß einer alle die Alten und ihre Nachrich-ten von denen Büchern und Personen durchlcse, daß erdie Crilik, Sprachen uud Historie der Zeiten, Ge-wohnheiten und Meynungen inne habe, viele Schärfedes Verstandes besitze, und seine Vernunft im Nachden-ken wohl geübct habe? Eins von beyden muß nohtwen-dig seyn; entweder wir müssen die offenbarte Religion,

worin»