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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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§§. Wir haben aber noch die wichtigste und aller-schwerste Untersuchung übrig. Soll ein Bnch als diegöttliche Offenbarung, als der Grund des Glaubensund der Seligkeit angenommen werden, so muß ja wolein Mensch erst recht klar und deutlich überführt seyn,daß die Schrift Gottes Wort sey; und daß die Ver-fasser, welche sonst ohnstreiug sündliche Manschen gewe-sen, wie andere, dieses voiaus gehabt, daß ihnen Gottalles eingeflößet, und daß sie sich darinn weder selbst,,betrogen noch andere bctriegen wollen. Mein, wie vielesind doch wol in der Christenheit, die jemals an solcheFrage gedacht, oder so ihnen solches eingefallen, diedarnach zu fragt n nicht für gefahrlich und sündlich ge-halten: oder die auch, wenn sie sich so weit erdreistet,das Geschick und die Wissenjchaft haben, solches aus,,rechten Gründen zu beurtheilen: oder endlich, die, wennsie alle dazu nohtige Fähigkeit besassen, wegen eingeso-gener jugendlichen Vorurtheile unpartheyisch dabey vcr-fahren können? Es ist artig, wie diese schwere undwichtige Sache denen beuten erleichtert wird. Die Kinsdcr lernen ein halb Dutzend Sprüche aus der Bibel,darinn gesagt wird, daß die ?5ibel Gottes Wort sey:so sind sie darnach ihr ganzes 5eben hindurch mit Hülfeihres Gedächtnisses im Christenthums vortresiich gegrun-det, und wider allen Zweifel und Anfechtung bewahret»Die Offenbarung hat denn allein das Vorrecht, sich per,,^t?,/»'o»f'» ^»-/«--/^l' zu erweisen: Die Schreiber sindvon Gott getrieben, denn sie sagen es: Beweis genug!nur Schade, daß denn doch allein die wahre Offenba-rung solch Vorrecht haben kann, die Falschen aber

nicht.-