§§. Wir haben aber noch die wichtigste und aller-„schwerste Untersuchung übrig. Soll ein Bnch als die„göttliche Offenbarung, als der Grund des Glaubens„und der Seligkeit angenommen werden, so muß ja wol„ein Mensch erst recht klar und deutlich überführt seyn,„daß die Schrift Gottes Wort sey; und daß die Ver-fasser, welche sonst ohnstreiug sündliche Manschen gewe-„sen, wie andere, dieses voiaus gehabt, daß ihnen Gott„alles eingeflößet, und daß sie sich darinn weder selbst,,betrogen noch andere bctriegen wollen. Mein, wie viele„sind doch wol in der Christenheit, die jemals an solche„Frage gedacht, oder so ihnen solches eingefallen, die„darnach zu fragt n nicht für gefahrlich und sündlich ge-halten: oder die auch, wenn sie sich so weit erdreistet,„das Geschick und die Wissenjchaft haben, solches aus,,rechten Gründen zu beurtheilen: oder endlich, die, wenn„sie alle dazu nohtige Fähigkeit besassen, wegen eingeso-„gener jugendlichen Vorurtheile unpartheyisch dabey vcr-„fahren können? Es ist artig, wie diese schwere und„wichtige Sache denen beuten erleichtert wird. Die Kins„dcr lernen ein halb Dutzend Sprüche aus der Bibel,„darinn gesagt wird, daß die ?5ibel Gottes Wort sey:„so sind sie darnach ihr ganzes 5eben hindurch mit Hülfe„ihres Gedächtnisses im Christenthums vortresiich gegrun-„det, und wider allen Zweifel und Anfechtung bewahret»„Die Offenbarung hat denn allein das Vorrecht, sich per,,^t?,/»'o»f'» ^»-/«--/^l' zu erweisen: Die Schreiber sind„von Gott getrieben, denn sie sagen es: Beweis genug!„nur Schade, daß denn doch allein die wahre Offenba-„rung solch Vorrecht haben kann, die Falschen aber
„nicht.-