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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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j,nicht: und daß folglich die Ungewißheit bleibt, welchbdie wahre Offenbarung sey, mithin 5ie Rührigkeit sol-Her Un^rsuchung aus bessern Gründen bestätiget wird.Noch kürzer kommen andere zum Beweise, wenn siesich beruften auf die Kraft des Geistes, der mit demWorte verbunden sey, und der Seele Zeugniß'gebe,daß es Gottes Wort sey. Wer aber merket solch Zeug-niß bey sich? die, w.lche es vorher schon glauben, daßdie Schrift Gottes Wort sey. Denn sonst müßten j6Juden, Türken, Hcyden, und alle die noch von derGöttlichkeit der Schrift nicht überführt sind, alsobaldbekehrt werden/ wenn sie nur die Schrift lasen; undmüßten wenigstens merken, daß der Geist Gottes ihnendas auch sage, und ihrer Seelen einrede. Denn diehalten es gewiß am meistni nöhlig, daß sie so überführtwürden. B. y denen aber findet sich gerade das Gegen-theil: indem sie sich alle Augenblick beym Lesen, bald5,hie bald daran stossen, und viel ungereimtes, wider-sprechendes , fabelhaftes, ja gottloses und liederlichesZarinn zu finden verme»nen, daran ein vernünftiger undgesitteter Mensch nohtwendig Aergerniß nehmen müsse»5,Und wenn ja gleich hin und wieder etwas vorkäme, daswahr und gut gesagt sey, so sey es doch nichts ausseror-,,dentliches , dergleichen nicht auch im Alkoran und beyvernünftigen Heyden, ja mehrentheils weit edler, schö-ner, und unanstößiger ausgedrückt, anzutreffen wäre.Es macht blos die Gewohnheit der Menschen, da sievon Jugend auf ohne Verstand und Nachdenken, alledie saubern Historien von Noah , von Loth und seinenTöchtern, von Abrahams und Isaaks Preißgebung ih-

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