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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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^,Eifer fortgepflanzet seyn? Sollich denn meinen Glau-ben und Zuversicht ausbeute ankommen lassen, die vorsiebenzehn hundert Jahren gelebt haben, und die ich sel-ber nicht kenne, noch weiß, wer sie gewesen sind, viel-weniger von ihrer Ehrlichkeit und Vorsicht versichertbin? Jedoch, es ist auch so richtig nicht mit der liebenKirche, falls wir einen Blick in die Geschichte thun.Die jüdischen Schreiber haben anfangs in ihrem Volkewenig Glauben gefunden, und die Schriften des neuenTestaments sind nicht nur von Auswärtigen, sondernauch von Einheimischen sehr angefochten, und ihnen an-dcre Schriften entgegen gefetzt worden. Wir müssenein Kennzeichen der Offenbarung haben, dadurch wirselbst, ohne andern blindlings zu trauen, mit eigenerEinsicht, zu allen Zeiten, fähig sind zu urtheilen, obetwas eine wahre Offenbarung sey oder nicht. Dem-nach bleibt uns nichts übrig, wenn wir auf den Grundgehen wollen, als daß wir theils die Schreiber selbst,theils den Znnhalt ihrer Schriften untersuchen. Von»,den Schreibern kennen wir zwar nicht alle, aber boch et-liche aus ihrer eigenen Erzählung, wer sie gewesen undwas sie verrichtet haben: wir sehen ihre Absicht ausden Schriften, wir bemerken ihre Schreib^ Art, wirerkennet, die Ordnung" ihrer Gedanken. Der Inhaltist entweder historisch, oder laust in Wissenschaften hin-sein, oder bestehet in Lehren, die über unsern Verstandsind. Historische Dinge müssen nach den Regeln einerz,glaubwürdigen Geschichte beurtheilet werden. Was zu,,Wisscnfchaften gehöret, muß der Vernunft gemäß seyn,.oder sich aus deutlichen Begriffen und unleugbarenA aGrund-