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„Grundsätzen durch richtige Vernunft-Schlüsse beweisen„lassen. Was aber ein höheres übernatürliches Erk.nnt«„niß seyn soll, muß doch nicht wider die Vernunft seyn,„das ist, keinen innern Widerspruch enthalten, oder an-„dern klar erkannten Wahrheiten widersprechen. Jedoch„wenn auch dieses alles eintraft, so wäre ein Buch dar-„um noch nicht göttlich. Denn von Geschichten und Wis-„senschaften kann auch ein verständiger Mensch wahr„schreiben, ja ordentlich, deutlich und schön schreiben:„und er könnte auch was unbegreifliches sagen, ohne daß„man ihn eines Widerspruchs überführen könnte, das„deswegen doch nicht wahr oder göttlich wäre. Demnach„geben alle die obigen Betrachtungen bloß solche Kenn-„zeichen, daraus man die Sache wol verneinen, aber nicht„bejahen kann. Eine einzige Unwahrheit, die wider die„klare Erfahrung, wider die Geschichte, wider die gesun-„de Vernunft, wider unleugbare Grund-Satze, wid.r die„Regeln guter Sitten laust, ist genug, ein Buch als ei-„ne göttliche Offenbarung zu verwerfen. Dagegen muß„in einer göttlichen Offenbarung nicht allein alles dieses„übereinstimmen und ohne den geringsten Fehl seyn, so„daß man sich auf alle dabey entstehende Zweifel Genüge„thun kann; sondern sie muß auch noch was voraus ha-„ben, das sie als göttlich von allem menschlichen unter-„scheidet. Und da weiß man nichts anders, als Pro-„phezeyungen und Wunder. Bey den Propde^eyungen„hat man in acht zn nehmen, ob sie das zukünftige klar„und deutlich voraus sagen, oder nur, auf Art der heyd-„nischen Orakel, mit dunkeln und zweydemigen Worten,„daß man darin» finden kann, was ein jeder will? ob
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