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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Grundsätzen durch richtige Vernunft-Schlüsse beweisenlassen. Was aber ein höheres übernatürliches Erk.nnt«niß seyn soll, muß doch nicht wider die Vernunft seyn,das ist, keinen innern Widerspruch enthalten, oder an-dern klar erkannten Wahrheiten widersprechen. Jedochwenn auch dieses alles eintraft, so wäre ein Buch dar-um noch nicht göttlich. Denn von Geschichten und Wis-senschaften kann auch ein verständiger Mensch wahrschreiben, ja ordentlich, deutlich und schön schreiben:und er könnte auch was unbegreifliches sagen, ohne daßman ihn eines Widerspruchs überführen könnte, dasdeswegen doch nicht wahr oder göttlich wäre. Demnachgeben alle die obigen Betrachtungen bloß solche Kenn-zeichen, daraus man die Sache wol verneinen, aber nichtbejahen kann. Eine einzige Unwahrheit, die wider dieklare Erfahrung, wider die Geschichte, wider die gesun-de Vernunft, wider unleugbare Grund-Satze, wid.r dieRegeln guter Sitten laust, ist genug, ein Buch als ei-ne göttliche Offenbarung zu verwerfen. Dagegen mußin einer göttlichen Offenbarung nicht allein alles diesesübereinstimmen und ohne den geringsten Fehl seyn, sodaß man sich auf alle dabey entstehende Zweifel Genügethun kann; sondern sie muß auch noch was voraus ha-ben, das sie als göttlich von allem menschlichen unter-scheidet. Und da weiß man nichts anders, als Pro-phezeyungen und Wunder. Bey den Propde^eyungenhat man in acht zn nehmen, ob sie das zukünftige klarund deutlich voraus sagen, oder nur, auf Art der heyd-nischen Orakel, mit dunkeln und zweydemigen Worten,daß man darin» finden kann, was ein jeder will? ob

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