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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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dern es bey dem CatechisinuS^ und Köhler-Glauben be-wenden lassen; so erhellet doch auch aus diesem Gegen-,,saßc, daß eine Offenbarung nimmer allgemein werdenkann, weil nach solchem Catechismus-Glauben, ohnegenügsame Fähigkeit der Untersuchung, ein jeder, (wiees auch die Erfahrung giebt) bey seiner väterlichen Nc -,,ligion, das ist, Jude, Türke, Heyde bleiben wird, und,,bleiben muß, und also durch Uebcrführung und Unter-suchung zu keiner neuen Lehre der Offenbarung gebrachtwerden kann. Man nehme demnach an, was man will:einen Glauben an die Offenbarung, der sich auf zurei-chende Untersuchung und Ucberführung gründet, oderder bloß mit dem, was Aeltern und Lehrer, was Cate-chismus und Bibel sagen, zufrieden ist: so ist in bey-den Fällen klar, daß eine Offenbarung, welche alle und,,jede Menschen ohne Entschuldigung annehmen könntenund mußten, eine schlechterdings unmögliche Sache sey.Da nun Gott nach seiner Weisheit und Güte, wenn eralle Menschen selig haben will, dasjenige nicht zumnothwendigen und einzigen Mittel der Seligkeit machenkann, welches denen allermeisten schlechterdings unmög-lich fällt, zu bekommen, anzunehmen und zu gebrauchen!so muß gewiß die Offenbarung nicht nothig, und der,,Mensch für keine Offenbarung gemacht seyn. Es bleibtder einzige W^'g, dadurch etwas allgemein werden kann,die Sprache und das Buch der Natur, die GeschöpfeGottes, und die Spuren der göttlichen Vollkommenheittcn, welche darum als in einen, Spiegel allen Menschen,so gelehrten als ungelehrten, so Barbaren als Griechen?Juden und Christen, aller Orten und zu allen Zeiten,

sich