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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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haben als weise und verständig vorstellen müssen, daßsie lauter himmlische und ewige Dinge bedeuteten? Soll-te er vom Anfange bis zu Ende in seinem Gesetze nichteinmal einen Wink von dieser wichtigen Sache geben?Wir können es doch aus heydnischen Schreibern deutlichsehen, ob sie gleich sonst mit ihren Mysteriis sehr geheimwaren: warum nicht aus Mose , da er uns was offen-baren sollte? So verhalt es sich auch mit David. Derpreiset den Levitischcn Gottesdienst wegen seiner Scbön-heit, und freuet sich, daß er soll den schönen Gottesdienstbesuchen, und im Hause des Herrn immerdar wandeln.Nun ist wahr, daß David dem Gottesdienste so ferneinen äußerlichen Wohlstand und Ordnung gegeben, alser Musik und Lieder dabey eingeführet. Aber das aller-meiste bey dem Gottesdienste war doch der gesundenVernunft und den Sinnen zuwider. Denn worinn be-fand das schöne des Gottesdienstes? Sollte Gott Fleisch von Rindern und Schafen essen, oder von deren Blutetrinken, oder den lieblichen Geruch von dem verbranntenFette riechen in seiner Nasen? das ist der Vollkommen-hut Gottes unanständig. Menschen konnte das meisteäußerliche auch nicht schöner dünken: daß da Rinderund Kälber blökten, Schafe und Iiegen mäckerten, Tur-teltauben girreten: daß da eine Schlacht- und Fleisch--Bank war, alles mit Blut, Fett und Unflat aus denGedärmen besudelt, und durch eben den Unflat und dasVerbrennen des Fettes mit Gestank und Sckmauch er-füllet ward: daß dort einer sich durch einen Zsop--schel mit Wasser und Asche besprühen, dort ein anderersich den Ohrlappen und Daumen der rechten Hand und

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