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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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seines Lebens an? wie oft muß nicht auch sein S'aa-me nach Brodt gehen? wie oft stirbt der Gottlose in,,allem Wohlleben, und hinterlaßt eine glückliche Fami-,,lie? Die rechte Antwort hierauf wäre ja wol gewesen,daß dieses Leben nur kurz sey, und nur einen Auftritt dermenschlichen Begebenheiten ausmache; daß hergegcnoch ein anderer Austritt mit einem andern Leben erfol-gc, worinn sich dieser widrige Schein auflösen werde;darum Gott den Frommen werde Recht und Gnadewiderfahren lassen, und hergegcn die Gottlosen MStrafe ziehen. Ist c6 nun wohl möglich, daß einereinen schweren Zweifel in der Religion aufbringet, undstark macht, und dennoch seine Leser lieber in Zweifeloder im Irrthum lasset, wo er die rechte Antwort weiß,und den Zweck hat, die Religion zu lehren und zu be-festigen?

§Z.Wir finden in der Schrift zum öfter» Sterben-de redend aufgeführet, welche für fromme Männer Got-tes gehalten worden, oder Propheten, welche zu denSterbenden vor ihrer Todes-Stunde gesandt find. Dawäre es dock einmal Zeit, nun die vergänglichen Güterdieser Welt vorbey find, und das übcrstandene Leben sowenig wiederkommt, als Hoffnung gegeben wird vomTode wieder aufzustehen, und ein neues Leben wiederanzufangen: Dawäre es, sageich, einmal Zeit, daßfromme Manner ihre Augen auf das zukünftige und,,ewige richteten, daß fi> sich mit der Hoffnung eines an-dern Lebens ausninnterten, oder sich nur mit einemWorte merken liessen, daß sie daran gedachten: daßPriester und Propheten die Sterbenden zu den himmli-

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