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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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schen und ewigen Gutern durch ihr Zureden bereiteten»Allein da ist nichts zu thun: alles Reden und Zureden».bestehet darinn, daß sie entweder noch einige Jahre einerGebens-Frist gemessen, oder ihre Nachkommen es guthaben sollen. Mit dem Beschluß des Gebens ist auchihre Gottesfurcht, Religion, Tugend und Hoffnungnun Ende. Genug, die Frommen sind dieses Gebenssatt, sie werden versammlet zu ihren Vätern, sie werdenbegraben, und denn ruhen und schlafen sie immer undewiglich. Sollte denn eine so wichtige Sache, als dieUnsterblichkeit und Seligkeit ist, bey so vieler Gelegen-heit , und insonderheit bey Sterbenden, nicht ein einzigmal in Betrachtung gezogen werden? zum Exempel,Moses erzählt von, Henoch, daß er immer mit Gottgewandelt, hernach alxr, roar er nledr mehr, die-5veil ihn Gorr hiNUJrg genommen burrc; weiterstehet da nichts. Daher Cleriens billig dabey die An-merkung machet:Es ist zu bewundern, daß Moses,"wenn er anders geglaubt, Henoch sey in die Unsterb-"lichkcit versetzt, eine so wichtige Sache ganz im Vor-"beygehen und so dunkel berühret, als ob er solches"niemand harte wollen wissen lassen." Esaias bestrastdiejenigen, welche nichts thun, als Ochsen würgen,Schaafe schlachten , Fleisch essen und Wem trinken, unddabey sagen: L.asfer uno cjjen und rrmken, denttmorgen rveröen nur sterben. Das ist: alsdennhat doch alle Frende ein Ende, wenn man todt ist: sowollen wir derselben gemessen, weil wir noch leben»Was sagt denn Esaias hierauf? sagt er etwa: ihr ir-rct euch: ihr müsset noch nach diesem j.eben Rechenschaft

.«geben?