„kein Leben nach diesem Leben, keine Belohnung einer„Seligkeit sey, stärker an den Tag legen. Und die Aus-leger, welche an diesen Stellen künsteln, um einen an-„dern Verstand herauszubringen, haben Mühe und Ar-„bcit verlohren.
§§, „Waren die Menschen nicht gewohnt, mit den„Begriffen, die sie einmal eiugesogen, alles anzusehen,„und das, was sie in ihren Gedanken haben, in allen„Dingen wahrzunehmen: so müßte diese Wahrheit, daß„das alte Testament von keiner Unsterblichkeit und ewi-„gen Leben weiß, allen einleuchten. Aber, wir lernen erst„die Unsterblichkeit der Seelen, Himmel, Hülle und^Auferstehung aus dem neuen Testamente oder Catechis-„mo, und glauben, daß eben dasselbe auch im alten Te-„stamente stehen müsse. Dann lesen wir das alte Testa-„ment in der Meynung und Absicht: so finden wir denn„diese Satze in vielen Stellen, zumal da uns die Wör-„rer Himmel, Holle, Geist und dergleichen, verleiten, zu„gedenken, daß sich die Hebräer eben das dabey vorges-tellet haben, was wir; ja da auch zum öftern die Ue-„bersetzrmgen salfch sind, und einen Verstand darlegen,„welcher durchaus in dem Grundterre nicht enthalten ist.„Wenn wir ohne Vorurtheil dadey verfahren wollen, so„müssen wir i) die Meynung der Schreiber des neuen„Testaments eine Weile bey Seite setzen, sonst würden„wir eben das, wovon die Frage ist, schon zum Grunde„legen. 2) Müssen wir uns nicht bloß auf die Uebersez?„zungen verlassen, als welche schon den Verstand nach„diesem Vorurtheil etwas gediehet haben, und an man-„chen Stellen offenbar unrichtig sind. Denn wer zum
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