Zeitschrift 
Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
Seite
410
Einzelbild herunterladen
 

( 4i")

herunter falle. Darauf folget der Seufzer: ZU dei>n?m Heil (o Dan!) n?arce ich de» Herrn. So istauch offenbar, daß Jacob daS Heil der Daniter verstehe,»»welches kurz vorher beschrieben worden, ncmlich, daß sie,>sich von dem Joche durch 5.ist würden lvö machen.

z. ,,Ferner foll auch Bileam die Unsterblichkeit undSeligkeit andeuten, da er von dem Volke Israel spricht:,,c>! daß ich sterben mögre des Todes der Gerechtren, und meist Ende Wurde rote emeo derselben!Zm Hebräischen lauten dieWorte eigentlich so: o! daßMeine Seele stürbe de>? Todes zc. Dieses giebt de-nen, welche die Art der Hebräischen Sprache nicht ken-nen, oder hier nicht beachten wollen, Gelegenyeit an dieSeele zu gedenken, und durch den Tod die Absonderungder Seele von dem L^eibc zu verstehen; da denn der Todder Gerechten, aus den Begriffen des neuen Testaments,nach feiner Folge angenommen wird: denn da heißt es,,,die Gerechten werden gehen ins ewige t,eben. So weißman künstlich aus den Worten: ach! daß meineSeele stürbe herauszubringen, d^ß d;e Seele nichtstirber. Gewiß, kein Mensch, der sich der Seele nacheine selige Unsterblichkeit anzuwünschen gedächte, würdesich so ausdrücke»: ach! daß mcme Seele stürbe!Die wahre Meynung dieser Redens - Art ist bey denHebräern, daß meine Seele soviel heissen soll, als,ich; deine Seele, so viel, als, du, und so weiter.Dtnn sie haben kein ander W)rt, das sie an statt der».Person selbst, oder an statt eines pronominis, und be-'»sonders eines reciproci setzen können; und denken da-

5.her