„verstehet man das leben, das droben ist im Himmel,„wornach die Weisen trachten, und sich hüten für die„Hülle, welche man sich unten zu seyn einbildet. Aber„es ist bekannt, daß das hebräische Scheol, so Hölle„gegeben wird, nichts anders bedeute, als das Grab,„den Tod, -'der den Zustand der Todten, welche unter„der E-de begraben liegen. Daher hat auch das L.eb^n„seine eigentliche natürliche Bedeutung; und wie das,„was den Tod zuwege bringt, unterwärts führet, und„unter die Erde bringt, so gehet der Weg, der zum le-„ben führet, aufwärts. Dieses ist des Weisen und From-„men Wandel, als womit Gott durch die Natur und„durch besondere Vorsehung dieses verknüpft hat, daß„aus solcher Lebensart ein langes und glückliches leben„entsprieße; dagegen sich die Ruchlosen durch ihr unor-dentliches leben gemeiniglich bald unter die Erde brin-»gen.
„Es ist ein andrer merkwürdiger Ort im Prediger -„Buche, daSalomon sagt: daß derSraub (des Men-schen) rvleder in die «Lrde komme, rvie er geroe-„sen ist, der Geist aber wieder zu Gorr komme,„der ihn gi-geben har. Das nimmt man so an, als„ob der Geist oder die Seele des Menschen zu Gott in„die himmlische Freude und Seligkeit komme. Wie sollte„man aber aus solchen zweydeutigen Worten dem Schrei-„ber eine solche Meynung andichten, der mit viel deutli-„chern Ausdrückungen gesagt hatte, daß die Todten„nichts wissen, und keinen lohn mehr haben, daß der„Mensch stirbt wie das Vieh und daß sie beyde einerley
„Geist haben, und an einen Ort fahren: zumahl, da
„Salomon