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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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nem ewigen, unsterblichen Leben und zum AnschauenGottes: also ist alles eilel oder vergänglich? Heraegenist die Folgerung natürlich: Gott nimmt dem Men-schen, wenn er alt und schwach wird, endlich auch dasLeben, so er ihm gegeben harte, und damit hat allesein Ende: erZo ist alles menschliche eitel und ver-fänglich.

,,Die bekannte Stelle im Hieb pflegt man so zu ü-bersetzcn: Ick n?eiß, daß mein Erlöser lebr, under wird mich hernach aus der Erden auferwek-ken, (oder, ich werde hernach von der Erde aufcr-stehen ) und werde darnach mir dieser meinerHaur umgeben werden, und werde in meinem"fleische Gorr sehen, d.nslben w^rde ich mir se-ihen, und mcme Augen werden ihn schauen undkein Fremder. Was Wunder denn, daß dieser Ortfast in allen Catechismis und Lehrbüchern zum Beweiseder Auferstehung, der Seligkeit und des VerdienstesChristi sich gebrauchen lassen muß? Es ist aber viel fal-sches in der Übersetzung. Eigentlich lautet es nach dem^Hebräischen so: Ich weiß, daß mein Erlöser (oderErretter) lebr, und zuleyr über dem Sraube sie-hen (oder sich über den Staub stellen) wird V?ennnun gleich nach der Hc»ur auch dieses (mein Fleisch)mogce durcbiöcberr (oderabgestreifet) werden, sowerde ich doch aus meinem Fleische Gorrschauen, denselben werde ich mir schauen, undmeine Äugen werden ihn schauen und kein an«derer: meine Nieren vergeh.» (darüber) in mci«,,nem Schoojse (für Verlangen). Hiobs Haut war

»durch