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„ihm eine regende Gebens-Kraft eindrücken, die ebenfalls»»nach Ezcchiels prophetischer Erscheinung durch einen„Wind oder Hauch aufs neue erregt ward; auch nur ei-«ne Zeitlang wahret und eben so vergänglich ist, daß der„Mensch dennoch zum andern male stirbet: so wie wenn„ein Baum einmal todt ist, Gott nicht anders als durch«ein Wunder denselben wieder beleben würde; aber nie-„mand daher dem Baume eine Seele zuschreiben mögte,„die bisher außer ihm gewallet, und nunmehr wieder in„ihn hineingebracht sey. Wenigstens haben wir, was„die menschliche Seele betrifft, weder sonst, noch auch bey„diesen Erwcckungen der Todten die geringste Spur in„dem alten Testamente, daß die Seele außcr dem Leibe„ein fondaurcndcs Leben habe, und daß sie in einem seli-„gcn oder unseligen Zustande sey: daß dieses allen Men-sehen widerfahre, und aller Seelen einmal mit ihren Lei-„bern wieder vereiniget werden sollen: nichts als daözeit-„licheLeben wird gewissen Personen ansserordentlich durch,,ein Wunder wieder geschenkt, znm Beweise der göttlichen„Macht, der Sendung seiner Propheten, und der Gnade„für gewisse Personen, welchen an dem Leben dieser'Ver-dorbenen gelegen war. Ezechiels Vorstellung aber ist„bloß ein symbolisches Gesichte, wodurch nichts weiter„angedeutet werden soll, als daß Gott das fast ganz ab-gestorbene und entkräftete jüdische Volk wieder aufs neue„mit blühenden Wachsthum und frischer Kraft beleben„wolle. Nun weiß man ja, daß in prophetischen Ge-richten gar nicht auf die Wahrheit oder Möglichkeit des„Vorbildes gesehen oder geachtet werde: das bestehet«mehrentheils in Traumen und Phantaseyen, welche für
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